IWF: Kapitulation statt Inflation

Beim Internationalen Währungsfonds wird diskutiert, ob die Zentralbanken der Welt die Inflationsrate nicht mehr wie in den letzten Jahrzehnten zwischen 0 und 2 Prozent lassen, sondern stattdessen auf einen Zielkorridor von 2 bis 4 % ausrichten sollen.

Man kann glauben, dem Internationalen Währungsfonds geht es tatsächlich um 2 bis 4 % Geldentwertung. Ich glaube aber, es geht weniger um Inflation, sondern um Kapitulation. IWF-Chef Strauss-Kahn hat aufgegeben. Die Politik ist unfähig oder unwillig (oder beides), die Banken zu reglementieren. Vor 18 Monaten brach die Lehman-Bank zusammen, IKB und Northern Rock vor fast 3 Jahren. Mehr als genug Zeit für Gesetze. Aber sie werden nicht kommen. Es ist ja noch nicht mal eine gemeinsame Zielrichtung der internationalen Politik erkennbar weder auf G8-Ebene noch woanders.

In den USA und Großbritannien gibt es wenigstens nationale Gesetze, oder besser, Gesetzesversuche. In Deutschland ist überhaupt nichts in Planung.

Deswegen glaubt man im IWF offenbar, daß Finanzkrisen zum Normalfall werden und die Zentralbanken dieses Planeten sollen sich mit ihren Instrumenten darauf einstellen, die Feuerwehr zu spielen und die Auswirkungen der Krisen einzudämmen. Beispielsweise indem die krisenbedingten Staatsschulden dieser Welt weginflationiert werden und Reserven schaffen für die nächsten Rettungspakete und Konjunkturprogramme. Das ist meine Interpretation des IWF.

 http://www.sueddeutsche.de/finanzen/123/503347/text/#kommentare

 

16.2.10 22:21

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